Seit am Dienstag (2. September) die Beta Version von Googles Browser “Chrome” erschienen ist überschlagen sich sämtliche Medien mit Meldungen über diesen neuen “wunderbaren Alleskönner”.

Ich habe es mir natürlich auch nicht nehmen lassen und ihn direkt runtergeladen und getestet und war von dem kleinen Download und der schnellen Installation sowie dem zügigen Seitenaufbau erstmal positiv überrascht. Trotzdem war es bereits später Dienstag Abend und ich hatte nicht mehr wirklich die Musse ihn auf Herz und Nieren zu testen, außerdem fielen mir direkt viele Sachen auf die ich einfach vermisste. Die Einstellungen fallen momentan ja doch recht spärlich aus.

Es fehlt mir an  Mausgesten, Addblocker und auch die Kontextmenüs lassen zu Wünschen übrig. PDFs lassen sich ebenfalls gewaltig Zeit beim öffnen.

Dafür sind auch einige Vorteile zu erkennen gewesen wie beispielsweise das durch die eigens etwickelte Java Machine V8 herbeigeführte schnelle Surfverhalten auf den Community Sites. Die integrierte Suche mag man entweder oder man hasst sie. Ich selbst bin mir noch nicht so ganz sicher aber ich glaube ich tendiere zu letzterem. Es wird sowohl die lokale Platte als auch das Netz durchsucht. Brauch ich im Browser eigentlich nicht aber man wird sehen wie sich das entwickelt.

Um so langsam mal auf den Punkt zu kommen. Momentan ist Chrome auf Platz 3 der beliebtesten Browser nach dem Internet Explorer und FireFox. Abgeschlagen auf Platz 4 “mein” Browser Opera gefolgt von Safari. Für eine Beta nicht schlecht. Nicht zuletzt natürlich dadurch dass Google eine verdammt gute Strategie gefahren ist. Die Veröffentlichung wurde am Mittag bekanntgegeben und am Abend war der Download zu finden. Keine lange “in einem Monat erscheint unser Browser” sondern direkt raus damit. Die Lawine rollte wie von selbst durchs Netz.

Umso erstaunlicher scheint es dass der Hype nicht abzunehmen scheint obwohl mittlerweile eine Vieilzahl von Sicherheitsrelevanten Meldungen zu finden sind wie sie bisher kein Browser hinnehmen musste.

Chrome funkt persönliche Daten nach Hause (http://www.google.com/chrome/intl/en/privacy.html)

Und zwar nicht irgendwelche Daten sondern alles was über die Adressleiste eingegeben wurde und jeder Link der angeklickt wurde. Der Verlauf bleibt nicht lokal auf dem Rechner sondern wird schön übertragen. Wenn man bedenkt dass dieser Punkt zwar deaktivierbar ist aber trotzdem völlig unbeirrt weiterfunkt ist das schon ein schönes Stück. Und wie bekannt sein dürfte browst Chrome auch durch die lokale Festplatte. Hinzu kommt noch dass man über Cookies eine Anwender Nummer zugewiese bekommt die ebenfalls mitgeschickt wird. Man ist also eindeutig zuzuweisen. In Kombination mit den ganzen anderen Googlediensten kann man sich da schon mal Gedanken machen. Gerechtfertigt wird diese Übertragung der Daten damit dass die Autovervollständigung im Browser so “gefüttert” wird.

When you type URLs or queries in the address bar, the letters you type are sent to Google so the Suggest feature can automatically recommend terms or URLs you may be looking for. If you choose to share usage statistics with Google and you accept a suggested query or URL, Google Chrome will send that information to Google as well. You can disable this feature as explained here.
If you navigate to a URL that does not exist, Google Chrome may send the URL to Google so we can help you find the URL you were looking for. You can disable this feature as explained here.

Chrome Sicherheitslücke (Carpet Bomb), Java Code kann ausgeführt werden (http://www.heise.de/newsticker/Exploit-fuer-Sicherheitsluecke-in-Google-Chrome-Update–/meldung/115544)

Eine Sicherheitslücke mit der bereits Safari zu kämpfen hatte betrifft auch den neuen Wunderbrowser. Auf der Seite von Aviv Raff kann man einen (nicht schädlichen) Versuch unternehmen und sich ein Java Programm einfangen ohne dass man das wollte. Dazu muss man nur diesem Link folgen http://raffon.net/research/google/chrome/carpet.html. Momentan gibt es übrigens keine Möglichkeit Java oder JavaScript zu deaktivieren.

Chrome Stabilität, Tabs unabhängig (http://blog.der-link.de/archives/1658-Google-Chrome-die-2..html)

Google wirbt mit der Stabilität des Browsers. So sollen die Tabs unabhängig voneinander in eigenen Tasks laufen. Dies hätte den Vorteil dass ein Tab abstürzen kann ohne dass der Browser davon betroffen ist. Dies ist allerdings nicht der Fall wie einem folgender Link beweisen kann http://evilfingers.com/advisory/google_chrome_poc.php

Alles in allem muss man natürlich sagen dass dieser Browser erst seit wenigen Tagen auf dem Markt ist und eine Beta ja letzendlich nicht deswegen eine Beta ist um solche Schwachstellen zu erkennen und zu verbessern. Trotzdem ist dieser Hype um diesen Browser etwas beänstigend. Wenn man ein paar Jahre zurückdenkt erinnert man sich vielleicht an die Initative von Microsoft mit der sie den damaligen Marktführer Netscape Navigator in die Knie gezwungen hatten.

Chrome kommt übrigens passend zum neuen Google Betriebssystem für mobile Geräte Android. Da der mobile Sektor ja der Markt der Zukunft darstellt ist diese Symbiose sicherlich nicht zufällig.

Es bleibt also spannend auf dem Browsermarkt.

http://dev.chromium.org/developers/how-tos/build-instructions-os-x chrome für mac

http://www.myscienceisbetter.info/2008/09/install-google-chrome-on-linux-using-wine.html chrome unter linux

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