RFID steht für Radio Frequency Identification und ist ein umstrittenes Verfahren zur automatischen Identifizierung von Gegenständen und auch Lebewesen. Umstritten deshalb weil es im Gegensatz zu einem Barcode nicht per Infrarot ausgelesen werden muss sondern elektomagnetische Wellen ausstrahlt. Dadurch ist es nicht nur möglich ein Objekt berührungslols zu identifizieren sonder auch zu lokalisieren. Hierin sehen Datenschützer ein großes Problem und befürchten Mißbrauch.

rfid

Aktuelle Systeme bestehen momentan aus 3 Komponenten

- Transponder:  Er wird an das Objekt angebracht und überträgt die gespeicherten Daten.

-  Schreibgerät: Es schreibt die Informationen auf den Transponder

- Lesegerät: Es liest die auf dem Transponder gespeicherten Daten aus

In der Praxis sind Schreib – und Lesegerät zu einem Gerät zusammengefasst welches die über Funk ausgelesenen Daten über eine Schnittstelle (seriell) in eine Hintergrundanwendung (Datenbank) schreibt.

Um an die Daten zu kommen erzeugt das Lesegerät ein elektomagnetisches Feld auf der Frequenz 13,56 MHz. Dadurch werden nicht nur die Daten ausgelesen sondern gleichzeitig der Transponder mit Energie versorgt. In seltenen Fällen hat der Transponder eine eigene Energiequelle (aktiver Transponder).

Vorteile

RFID bietet eine Menge Vorteile die auch zur raschen Verbreitung und zum umfangreichen Einsatz dieser Technik geführt haben.

  • kompakte Bauweise erlauben es RFID Chips herzustellen die so winzig sind dass sie völlig unsichtbar für den Verbraucher überall angebracht werden können. Selbst Implantationen sind möglich und wurden bereits bei Mensch und Tier durchgeführt. Der Reiskorngroße VeriChip (12 mm langen und 2 mm dick) erhielt seine Zulassung für medizinische Anwendungen bereits im Jahr 2002.
  • Drahtloses Auslesen der gespeicherten oder generierten Daten ist auch unter großen Distanzen Problemlos möglich
  • Weltweite eindeutige Kennzeichnung von Objekten/Produkten oder Lebewesen
  • äußerst geringe Herstellungskosten teilweise im Cent Bereich erlauben auch das Anbringen auf Wegwerfartikeln

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Anwendungsbeispiele hierfür wären die augenblickliche Inventur des Lagerbestandes. Durch die Möglichkeit ständig alle Artikel abfragen zu können und diese zentral zu verwalten ist eine nie dagewesene Transparenz erreichbar. Weiter werden RFID Chips mit Daten des Fotos und der Fingerabdrücke in unserem Reisepass verwendet. Am Skilift kann man ohne seine Karte zeigen zu müssen in die Gondel einsteigen und zukünftig kann man beim Einkaufen alle Produkte in seiner Einkaufstasche lassen und spart sich demnach eine Menge Anstehzeit an der Kasse.

Nachteile

Der Nachteil an dieser Geschichte ist einfach der dass diese sinnvollen und angenehmen Dinge auch eingesetzt werden können in Bereichen in denen es uns so gar nicht passt.

  • Gegenstände können einer Person eindeutig zugeordnet werden.
  • Kaufprofile können mit minimalem Aufwand erstellt werden durch die Zusammenführung von RFID Tags mit Kreditkarten oder Kundenkarten
  • Bewegungsprofile sind leichter erstellbar
  • mittels modifizierter Leser können vertrauliche Informationen von Hackern ausgelesen werden

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Um diesen Punkten entgegen zu wirken müssten Mechanismen geschaffen werden die die Sicherheit des Konsumenten (der die Hauptangriffsfläche bieten dürfte) sicherstellen.  Aus diesem Grund fordern Datenschützer dass es möglich sein muss die RFID Tags eigenständig zu löschen. Ebenso muss die Vertraulichkeit bei personenbezogenen Daten mittels Authentifizierung auf einem verschlüsselten Kanal gegeben sein. Desweiteren sollen RFID-Tags nur solange gespeichert sein wie es der Zweck erfordert.

In den USA hat ein Schulbezirk die Schultaschen der Schüler mit RFID Chips ausgestattet und die Eltern können nun mittels Schulhomepage überprüfen ob die Kinder tatsächlich im Schulbus sitzen oder wo sie sich, bzw. ihre Schultasche, gerade befinden.

Die Tendenz ist also klar erkennbar. Ich persönlich bin nicht scharf darauf eine unsichtbare Spur überall zu hinterlassen wo ich mich gerade befinde. Sicher sind auch Handys ohne großen Aufwand ortbar aber dort hat man wenigstens noch Mittel und Wege um dieses zu umgehen und bei weitem keine so große Vielfalt des Sammelns personenbezogenen Daten.

TIPP: Ein sehr gut geschriebener Artikel der mich auf dieses Thema brachte und ausführlich einen guten Überblick verschafft ist unter folgendem Link zu finden. Einführung in die RFID Technologie

Auch die Politik hat sich dem Thema angenommen und so kann man hier einmal den Antrag der Grünen lesen zum Thema “Datenschutz bei der Verwendung  von RFID Chips sicherstellen

Um einmal zu lesen wie es Rechtlich mit den geplanten Vorhaben umzusetzen ist kann man sich Rechtliche Dimensionen der Radio Frequenz Identifikation durchlesen

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